25.07.2016

Gedichte von E. Geibel: Die Küsse (33)



Die Küsse

In Saloniki war es nicht,
Nicht war's im schmucken Städtchen,
Im armen Wlachenlande liebt'
Ich einer Witwe Mädchen.

Jetzt schmücke, Mutter, schmück' das Haus
Und schmücke deinen Garten!
Die Tochter dein so hold und fein
Soll mich als Braut erwarten.

Sie hat die Lippen rosenrot
Gefärbt mit rotem Scheine;
Ich neigte mich und küßte sie
Und färbte auch die meinen.

In dreien Flüssen wusch ich sie
Und färbte rot die Flüsse
Und färbte rot das Meer dazu
Durch ihre roten Küsse.
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