2016-08-19

Gedichte von L. Eichrodt: Der Jäger (21)



Der Jäger

Es stürzt der Bach, es starrt der Fels,
Am hohen Zweige schwankt der Rab –
In schweren, weißen Flocken
Sinkt still der Himmel herab.

So feenhaft, so heimlich fremd,
So sonderbar ists rings umher,
Ich komme von den Bergen,
Die Kugel im Gewehr.

Dort drüben, wo das Mühlrad ging,
Der Müller ist verdorben bald,
Hat sie gewohnt, der Engel,
Im dunklen tiefen Wald.

Ich weiß nicht wie zu Muth mir wird,
So kindlich und so feierlich,
So festlich stehn die Tannen,
Kein Lüftchen reget sich.

Ich frage, wird es schöner sein,
Wenn laut im Wald der Lenz erwacht,
Wenn duftge Kräuter sprießen,
Und blau der Himmel lacht,

Wenn Wanderlust das Thal durchrauscht,
Die Axt erklingt, das Tagwerk schallt,
Und dieser weiße Frieden
Verschwunden aus dem Wald?

alle Gedichte v. Eichrodt                                                                                                           weiter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de