2016-08-28

Briefwechsel J.W.v.Goethe und C.F.Zelter: An Zelter 05.01.1822 (382)



1822

382. An Zelter 05.01.1822

Hiebei erhältst Du, mein Teuerster, die Abschrift des frommen Kayers; dieses Werk wird Dir, wenn Du es wieder durchsiehst, gewiß viel Freude machen. Fräulein Ulrike wird uns nun bald wieder genugsam erzählen und die Lust, Berlin zu besuchen, in Ottilien frisch aufwecken. Leider, daß ich auf diese Freuden Verzicht tun müssen.

Das Hamburger Rindfleisch ist glücklich angekommen; die laue Witterung läßt freilich den Transport der Fische nicht zu. Mit dem Dessertwein wollen wir es anstehen lassen, bis man vor der Kälte ganz sicher ist, und alsdann könnte man von Hamburg aus für etwa 20 rh. Sächsisch, verschiedene Sorten unmittelbar wohlgepackt anher senden. Indessen würden ein halb Dutzend Gänsebrüste willkommen sein. Mit dem Transport der Hummers wollen wir es nicht wagen, es ist nicht leicht einer hergekommen, der nicht etwas Beigeschmack gehabt hätte.

Wegen der Kupfer, dächt’ ich, machten wir’s also: Du sendest sie mir wohlgepackt und unfrankiert, ich wähle mir etwas aus und schicke das Übrige frankiert zurück mit beigelegten guten Blättern aus meinen Dubletten. Die vier Platten nach den Rafaelischen Logen sendest Du nicht mit. Nächstens folgt auch ein [Heft] »Kunst und Altertum«, dem ich gute Aufnahme wünsche. Laß von Zeit zu Zeit etwas hören, damit man nicht sich zu sehr entferne.

Treulichst

Weimar, den 5. Januar 1822. G.

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