2016-08-22

Briefwechsel J.W.v.Goethe und C.F.Zelter: An Goethe 10.10.1821 (374)



374. An Goethe 10.10.1821

Kurzen, aber unendlichen Dank für Deinen endlichen Brief, woraus ich sehe, daß Du Dich so ins Gebirg versteckt gehabt hast, nicht einmal von meinen Briefen aufgefunden zu werden.

Deinen Hartknoch kannte ich schon von Leipzig her. Er will sich hier niederlassen, und was ich für ihn tun kann, soll ihm werden.

Bei unserem Theater ist eine kleine Veränderung vorgefallen, worüber ich jedoch noch nichts Posivites weiß. Spontini hat die musikalische Region ganz unter sich bekommen, vielleicht nicht mit Unrecht; ich sage: vielleicht! Die Sache liegt im argen, und es kommt nun darauf an, daß das Rechte geschehe.

Ich soll Dich nicht überraschen. Gott bewahre! Hinterm Ofen wollt’ ich liegen, wenn ich nur alle Woche eine Stunde Dein liebes Antlitz sehen könnte.

Ich habe Lust, den 30. in Wittenberg zu sein, um dem dortigen Feste beizuwohnen. Von da aus schreibe ich Dir, ob ich kommen kann. Die Sache ist etwas kostbar, denn ich möchte gern meine Doris bei mir haben.

Lebe wohl, mein Herzensherz, und soviel, nein, nicht soviel! denn das wäre zuviel, gedenke

Deines

Berlin, 10. Oktober 1821. Z.

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