20.08.2016

Briefwechsel J.W.v.Goethe und C.F.Zelter: An Goethe 31.07.1821 (370)



370. An Goethe 31.07.1821

Berlin, 31. Julius 1821. 

Herr Lortzing hat, wie ich höre, nicht zum Spiele kommen können, da seine Ankunft nicht vorbereitet war und Graf Brühl nicht anwesend ist. Unser Theater ist jetzt wieder lavierend, wie immer in der Sauergurkenzeit, und das alte große Operntheater wird repariert.

Da nun Her Lortzing heute wieder abreiset, so sende diese Zeilen mit, indem Du meinen letzten Brief, den Herr Rellstab mitgenommen hat, wohl noch nicht wirst erhalten haben.

Was ich mit der Post nicht schreiben wollte, mag diese Gelegenheit berichten: Man verlangte von mir, Dich nach Berlin zu schaffen und zu dem Ende in eigener Person vor Dir zu erscheinen, was nicht abzulehnen gewesen, ja mit Vergnügen geschehen wäre, wenn auch nur um Dir zu sagen, daß Du sitzen bleibest auf Deinem Stuhle und Dich nicht anders rührst als mit Gewalt.

Da ich nicht leiden will, daß Du eines unnatürlichen Todes sterbest, so sollst Du Dich ebensowenig totfressen.

Das übrige, so Gott will, in der Beichte; denn sollte es schöne Herbsttage geben, so rutsche ich doch wohl auf einige Tage hin nach Thüringen. Für jetzt ist mein Garten mir so wert, daß ich mich nicht entfernen mag, weil es endlich nirgend besser ist als zu Hause.

Dein auf ewig!

Zelter.

alle Briefe                                                                                                                                     weiter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de