05.08.2016

Gedichte von E. Geibel: Romanze (109)



Romanze

Die mit dem Reiz der braunen Glieder
Im Tanz bezaubert jeden Sinn,
Sie schwingt das Tamburin nicht wieder,
Flamenca, die Zigeunerin.

Sie trug das Haar im Purpurnetze,
Den blanken Fuß im Seidenschuh;
Nun deckt der schattigste der Plätze
Den Schlaf des schönen Wildlings zu.

O rastet nicht am Maulbeerstamme,
Ihr Knaben, seid auf eurer Hut!
Es spielt im Dunkeln eine Flamme
Empor vom Boden, wo sie ruht.

Und oft beim Duft der Nachtviole,
Sagt man, daß sie den Rasen sprengt,
Und mit langsamem Blick zur Kohle
Dem, der sie schaut, das Herz versengt.
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