2016-08-22

Gedichte von L. Eichrodt: Heldenfeier (48)



  Heldenfeier

Singet ihnen und bewundert
Die am Thermopylenpaß
Ruhmvoll fielen, die dreihundert,
Sparter und Leonidas!
Männer, die in deutschen Landen
Gleichen Tod und Nachruhm fanden,
Meine Leier nicht vergaß.

Hunnen waren saubre Brüder,
Stürmten über Stock und Stein
Alle Völkersitze nieder,
Kamen auch zu uns, zum Rhein.
Saßen dortlands die Burgunden,
Lösten gern mit Todeswunden
Ihre ewige Freiheit ein.

Wie ein Fels den Fluß in Arme
Theilt und seinen Vollstrom hemmt,
Haben sie dem Hunnenschwarme
Keck entgegen sich gestemmt.
Fels, von ächtem Schrot und Korne,
Wurdest von dem Wellenzorne
Unzertrümmert überschwemmt!

Preis euch Tapfern, euch Zehntausend,
Eurem Stolze wetterkühn,
Der die Woge, welche brausend
Euch verschlang, verschmäht zu fliehn!
Opfertod im Schlachtgetöse,
Untergang der Heldengröße,
Nie soll dieser Ruhm verblühn!

Bleibe drum auch unvergessen
Hochsinn einer spätern Zeit!
Seid mit gleichem Maß gemessen,
Wimpfens Helden, Leun im Streit!
Aus Kordovas Feuerschlünden
Euren Tod und Ruhm verkünden
Hört die spanische Tapferkeit.

Trommeln wirbeln, Pulverwagen
Knallen auf, Verwirrung, Flucht,
Georg Friedrich war geschlagen,
Hat die letzte Kraft versucht.
Pforzheims Bürger stehn vierhundert
Fest im Blut, vom Feind bewundert,
Halten aus die Reiterwucht.

Seid im Liede stets gefeiert
Ihr vom »weißen Regiment«!
Solch Gedächtniß ist erneuert,
Wo sich Treu am Muth erkennt.
Euren Fürsten vor den Ketten,
Eurer Sache Ehr zu retten,
Nahmet ihr ein rühmlich End.

Singet ihnen und bewundert
Die am Thermopylenpaß
Ruhmvoll fielen, die dreihundert,
Sparter und Leonidas –
Männer, die in deutschen Landen
Gleichen Tod und Nachruhm fanden,
Meine Leier nicht vergaß!

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