23.08.2016

Gedichte von L. Eichrodt: Lyriker (70)



Lyriker

»Fliege meine Liederschaar!«
Rief schon mancher Dichter,
Und es war wohl auch ein Aar
Unter dem Gelichter –
Nachtigall und Lerche,
Spottvögel und klappernde Störche.

»Laßt sie fliegen himmelan,
Stellet keine Netze,
Machet keinen Lumpenmann,
Der sie mir verhetze!
Traun! es gehn in die Fallen
Gerne die Nachtigallen.«

»Freilich aber, lieber Schatz,
Mancher wills nur scheinen,
Ist nur ein gemeiner Spatz
Mit geläufgen Beinen.
Willst du ihn schlagen lassen,
Möchtest du lange passen.«

»Und so weiter mancher ein
Vogel aus Kanarien
Mit den liebsten Melodein
Und den feinsten Arien.«
Meist nur ihm selber verständlich,
Aber auch ihm unendlich.

»Stolze Schwäne segeln dort
Auf den stillen Wogen,
Falken aus dem Felsenhort
Kreisen kühne Bogen.
Schauet die bunten Schaaren!
In die Welt laß ich sie fahren!«

alle Gedichte v. Eichrodt                                                                                                           weiter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de