2016-08-16

Goethes Briefe an Ch.v.Stein: Zürch, etwa 24. November (336)


(336) 

[Zürch, etwa 24. November.]

Meine vielgeliebte, sehr vergnügt und wohl sind wir schon vor einigen Tagen hier in Zürch angekommen. Vom Gotthart fuhren wir über den Luzerner See, nach Schwiz und Luzern, von da ritten wir hierher. Was ich auf unsrer Savoyer Tour theils mit Dinte theils mit Bleystift gekrizzelt, hab ich Ph. in Luzern dicktirt, und es liegt hierbey. Nun steht noch die Reise durchs Wallis auf den Gotthart und von da hier herzurück, wozu ich auch Zettelgen habe.

Ihren Brief vom 12. Nov. aus Kochberg hab ich, nun werden Sie wohl in der Stadt seyn, bereiten Sie uns dort einen freundlichen Empfang von allen guten Geistern, denn meine Seele sehnt sich starck zurück. Die Bekanntschafft von Lavatern ist für den Herzog und mich was ich gehofft habe Siegel und oberste Spizze der ganzen Reise, und eine Weide an Himmelsbrod wovon man lange gute Folgen spüren wird. Die Trefflichkeit dieses Menschen spricht kein Mund aus, wenn durch Abwesenheit sich die Idee von ihm verschwächt hat, wird man auf's neue von seinem Wesen überrascht. Er ist der beste grösste weiseste innigste aller sterblichen und unsterblichen Menschen die ich kenne. Adieu beste. Die Post eilt und ich war gestern faul.

G.

Ich habe nicht einmal die Reise Nachricht durchsehen können es sind wohl schreibfehler drinne.


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