02.09.2016

Gedichte von J.Kerner: An Amalia (5)



 An Amalia

1809.

Wie, wer an Himmelshöhen
Aus Wolken schnell den Mond erblickt,
So hab' ich dich gesehen
Und stand in deinem Licht entzückt.

Bald warst du weggeschwunden,
Es kamen wieder Wolken dicht,
Ich stand, ein Herz voll Wunden,
Ein Wandrer nächtlich ohne Licht.

Doch bist du mir geblieben
Recht wie ein lieber, lichter Traum.
Es träumt vom Lenz dort drüben
Am kalten Bach ein welker Baum.

So mögen denn dich grüßen
Die Quellen, die aus meinem Tal
Nach deinem Meere fließen,
Viel tausend, tausend, tausend Mal!

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