03.09.2016

Gedichte von J.Kerner: Auf einen Dachs (25)



 Auf einen Dachs

Armes Tier, im engen Bau
Liegest du verdrossen,
Wiesengrün und Himmelblau
Bleibt dir stets verschlossen.

Nur in finstrer Mitternacht
Kommst herausgegangen
Schüchtern: denn sie halten Wacht,
Daß sie dich bald fangen.

Deinem Felle nur wird Teil,
Was dir nie geworden,
Oft ein schönes Reiseheil
Nach den fernsten Orten.

So wie dir, also ergeht's
Mir im engen Leben,
Muß an einer Stelle stets
Wie du Armer kleben.

Nach dem Tode träget man
Mich wohl auch ins Freie,
Aber ach! sie scharren dann
Ein mich flugs aufs neue.

alle Gedichte von Kerner                                                                                                       weiter

alle Gedichte nach Themen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de