2016-09-18

Gedichte von J.Kerner: Rückkehr (109)

 


  Rückkehr

In dem Tal, wo Burgen hangen
An manch wald'ger Bergeswand,
Wo du oft als Kind gegangen
Sorglos an der Unschuld Hand,

Ging ich jüngst verlassen, Liebe!
Einsam und entfernt von dir.
Wie ich's so bedachte trübe,
Tratest du als Kind zu mir,

Zeigtest mir aus schönem Tale
Eine Blume licht und blau,
Wunderhell im Morgenstrahle
Sah aus ihrem Kelch der Tau.

Über Berge sah ich fliehen
Dann dein kindlich liebes Bild,
Wie sich Wölklein still entziehen,
War es bald dem Blick verhüllt.

Ist mir auch das Kind verschwunden,
Ist es doch die Blume nicht,
Wieder hab' ich die gefunden
Heut in deines Auges Licht.
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