23.09.2016

Gedichte von J.Kerner: Trost in der Natur (127)

 


 Trost in der Natur

Das Schicksal hat verschlagen
Mich an so manchen Ort,
Wo andre unter Klagen
Bald wären weiter fort.

Ich doch blieb mit Vergnügen,
Sah ich nur einen Baum,
Sah ich nur Vögel fliegen,
Fühlt' ich mein Leiden kaum.

Und trug ich Schmerz und Wunden,
Ich klagte nimmer laut,
Konnt' immer noch gesunden
Im Lenz bei Gras und Kraut.

Ich hab' mich stets gehalten
An die Natur so warm,
Die Menschen ließ ich schalten,
Gott! – die sind kalt und arm.
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