2016-09-23

Gedichte von J.Kerner: Um Mitternacht (128)



  Um Mitternacht

In der Mitternacht allein
Lieg' ich wach in Finsternissen,
Doch durch diesen Leib zerrissen
Schau' ich überird'schen Schein.

Ja! wie aus des Kerkers Nacht
Einer schaut aus einer Spalte,
Schau' ich aus dem Leib und halte,
Himmel, mich an deine Pracht.

Denke: Dort gibt's wohl ein Fest,
Dran Gott einen Herzbedrängten,
Wie der Fürst den Eingezwängten,
Gnädig aus dem Kerker läßt.
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