21.09.2016

Goethes Briefe an Ch.v.Stein: 28.06.1780 (400)

(400) 28.06.1780

Es ist nicht ganz hübsch von Ihnen dass Sie Sich vom Herrn Vetter die Tour machen lassen, indess ich fast aller Miseley entsagt habe, es mir auch gar nicht schmecken will.

Wenn Sie mir's recht ausführlich erzählen, und mir auch sonst romantischen und dramatischen Stoff mitbringen, wird Ihnen diese Untreue verziehen. Die Werthern ist in sehr betrübten Umständen, das arme Herzgen weis gar nicht recht worans ist, seit dem ihr alter moralischer Verehrer fort ist, der die unmoralischen vertrieben hatte. Wenn ich nicht soviel zu thun hätte wäre mir's auch elend. Manchmal in ruhigen Augenblicken die doch höchst selten sind fühl ich auch eine grose Lücke. Sie kommen noch so bald nicht wieder merck ich.

Oeser geht heute weg. Unsre Vögel rücken vor. In Ettersburg ist viel gezeichnet worden. Clauer hat Oesers Kopf gut gearbeitet. Die Kinder sind wohl. Kästner ist Pagen Informator mit 130 rh. jährlich, exclusived. Tisch und Wohnung. Machen Sie Ihre Einrichtung drauf. Wenn Sie nun Carolinen nehmen wollen gehts vielleicht an. Adieu beste liebste. d. 28. Jun. 80.

G.



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