2016-12-03

Gustav Schwab-Sonette-Am Sophientage-1 (1)



Am Sophientage

1.

Von jener Weisheit, die vor Gottes Thronen
Verständig, heilig, einig, mannichfaltig,
Rein, freundlich, sanft und klar und doch gewaltig,
Von Anbeginn mitschöpfend durfte wohnen:

Von ihr, die alldurchleuchtend Millionen
Von Sternenheeren tränkt und vielgestaltig
In allem Dinge wirket, lebenshaltig,
Und, wen sie liebt, will überschwenglich lohnen:

Von ihr hast du nicht bloß des Namens Schöne,
Der deinem holden Wesen ruft, bekommen,
An ihres Geistes Stral bist du zu kennen;

Und wenn der seligste der Erdensöhne
Dir in die Augen schaut, die tiefen, frommen,
Fühlt er, daß man Sophia muß dich nennen.


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