07.12.2016

Gustav Schwab-Sonette- Antwort an einen jungen Dichter-2 (8)



2.

Was thu' ich, deine Thorheit auszureuten!
Der Ernst, ich weiß es, nicht ist er für Alle,
Auch du sprichst redlich, daß er dir mißfalle;
So laß dir mit der Schellenkappe läuten!

Ich will dein Herz mit einem Gleichniß deuten:
Mir kommt es vor, wie eines Gasthofs Halle;
Das Haus ertönt von mannichfachem Schalle
Von Herrn und Knechten, Dirnen wallt's und Bräuten.

Und ausgehängt als Schild hast eine Sonne
Von blankem Blech, die Lust da drin zu malen,
Herbei zu locken vieler Zecher Schwärme;

Dann einmal über's and're rufst du: Wonne!
Legst drunter dich, als ob sie leucht' und wärme,
Ja, pflegst ein Blumenbeet mit ihren Stralen.


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