2016-12-09

M.G.Lichtwer-Fabeln- Der Esel und die Dohle (5)



 Der Esel und die Dohle

Ein Esel mochte lüstern sein
und wollt auf öffentlichen Gassen
sein lieblich Stimmchen hören lassen,
er hob abscheulich an zu schrein,
die, so daselbst vorübergingen,
verwünschten, schimpften ihn dafür.
Pfui, sagte man, das garstge Tier,
es brüllt, daß uns die Ohren klingen.

Nur eine Dohle saß dabei,
die das ertötende Geschrei,
das alle Welt mit Recht verfluchte,
allein bewunderte und nachzumachen suchte.

Ein Narr trifft allemal noch einen großem an,
der ihn nicht gnug bewundern kann.


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