24.01.2017

Gedichte v. E.Toller: Pfade zur Welt (10)



   Pfade zur Welt

Wir leben fremd den Knuten Dingen,
Die um die Menge fiebernd kreisen,
Wir wandern in den stilleren Geleisen
Und lauschen dem Verborgnen, dem Geringen.

Wir sind dem letzten Regentropfen hingegeben.
Den Farbentupfen rundgeschlieffner Kieselsteine,
Ein guter Blick des Wächters auslöscht das Gemeine,
Wir fühlen noch im rohen Worte brüderliches Leben.

Ein Grashalm offenbart des Kosmos reiche Fülle,
Die welke Blume rührt uns wie ein krankes Kind,
Der bunte Kot der Vögel ist nur eine Hülle.

Des namenlosen Alls, dem wir verwoben sind.
Ein Wind weht menschlich Lachen aus der Ferne,
Und uns berauscht die hymnische Musik der Sterne.

Gedichte v. E.Toller                                                                                                                    weiter

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