25.01.2017

Gedichte v. N.Becker: Am Rheine (3)




Am Rheine

Gekommen war ich an den Rhein
Durch Staub und Sommerhitze.
Der Alte nahm mir ab den Stab,
Den deutschen Handschlag er mir gab;
Sie führte mich zum Sitze.

Nicht lange blieben wir zu Dritt,
Noch Einer kam zur Stelle,
Das war der echte Sohn vom Rhein,
Der helle Geist vom Nierenstein,
Ein köstlicher Geselle.

Der Alte sprach zu mir manch Wort
Nach treuer, deutscher Weise.
Ich träumte Träume alter Zeit;
Ob ich auch wandre weit und breit,
Die nehm' ich mit auf Reise.

Sie sah mich an aus blauem Aug' ,
Das Kind mit blonden Haaren,
So lieb, so treu, so jungfräulich;
Vergäß ich Alles, dennoch dich
Müsst' ich im Herzen wahren.

Dazwischen schlürfte ich die Glut
Der feurig milden Reben.
Wer dich gekostet, edler Trank,
In dessen Gaumen lebenslang
Für dein Gedächtnis leben.

Und als ich wieder ziehen musst',
Nahm ich den Stab mit Trauern,
Wer möcht' bei deinen Männern, Rhein,
Bei deinen Jungfrau'n, deinem Wein
Nicht ewig, ewig dauern!

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