26.01.2017

Gedichte v. N.Becker: Am Wege (4)




Am Wege

Es lag ein junger Knabe
Am Weg im grünen Gras,
Im Schatten grüner Flieder,
Er schaute hin und wieder,
Was wandelt auf der Straß'.

Es kamen hergezogen
Kaufleute stolz zu Roß,
Die täten sein begehren:
„Den Reichtum wir bescheren,
Zieh mit uns als Genoss.“

Er ist nicht aufgestanden,
Er rührt nicht Hand noch Fuß,
Ließ sie mit ihren Waren
Des Weges fürbaß fahren
Mit kaltem Abschiedsgruss.

Es kamen hergezogen
Kriegesleut' in bunten Tross,
Die täten sein begehren:
„Du kommst zu Ruhm und Ehren,
Zieh mit uns als Genoss. „

Er ist nicht aufgestanden,
Er rührt nicht Hand noch Fuß,
Ließ sie mit Trommeln, Pfeifen
Des Weges weiter schweifen
Mit kaltem Abschiedsgruss.

Zum Letzten ist gekommen
Ein Mägdlein wunderschön,
Das war in allen Sitten
Bei ihm vorbeigeschritten,
Als hätt's ihn nicht gesehen.

Da ist er aufgesprungen
Mit frohem Willkommgruß:
„Was gehst so alleine?
Du bist es, Holde, Feine,
Mit der ich wandern muss.“

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