2017-01-27

Gedichte v. N.Becker: Das Geheimnis der Stunde (10)




Das Geheimnis der Stunde

Wer kennt sie nicht, die trüben Stunden,
Der Seele grauen Nebeltag,
Wo die Gefühle, festgebunden,
Nichts rühren, nichts erfreuen mag?

Es liegt der See in tiefem Schweigen,
Die Wellen schlafen unbewegt;
Sie spiegelt nur den Wolkenreigen,
Der dunkel sich am Himmel regt.

Kennst du des ersten Lüftchens Wehen,
Das neu belebt der Wellenspiel?
Hast du den ersten Strahl gesehen,
Der hellend in die Trübe fiel?

Du siehst die Wogen steigen, schweben,
Es glänzet drin der Sonne Licht,
So strömt in dich ein frisches Leben,-
Wie es gekommen, weißt du nicht.

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