2017-01-27

Gedichte v. N.Becker: Das Unglück (13)




Das Unglück

Das Unglück ist ein Mann von Eisen,
Es rüttelt mit der rauen Hand
Dich aus dem Schlaf, mit ihm zu reisen,
Und duldet keinen Widerstand.

Es führt dich über steile Klippen,
Auf rauer Bahn, zum Abgrund fast
Und hört nicht, wenn mit matten Lippen
Du flehest um ein Stündlein Rast.

In Nöthen wähnst zu verblassen,
Doch merkst du erst, was du gewannst,
Wenn es dich endlich nun verlassen,
Auf ebnem Pfad du wandern kannst.

Die Glieder, die so lang' gerungen,
Fühlst du jetzt plötzlich fest und stark,
Ein frischer Hauch hat dich durchdrungen
Bis zu des Lebens tiefstem Mark.

Du fühlst dein Auge sich erhellen,
Den Geist belebt ein neuer Schwung,-
Du dankst ihm, dass es als Gesellen

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