2017-01-28

Gedichte v. N.Becker: Der Inselkönig (17)




Der Inselkönig

Auf dieser Insel wohn' ich jetzt,
Im Meere abgelegen;
Ich habe mir mein Haus gesetzt
Auf hohen Felsenstegen.

Ob meinem Haupte wundervoll
Hör' ich die Gipfel sausen,
Und niederwärts durch Steingeroll
Den wilden Giesbach nimm brausen.

So bin ich Eins mit der Natur,
Gelöst von jeder Kette;
Ich schaue keines Menschen Spur
An dieser heilgen Stätte.

Der starke Löwe haust allein
Mit mir in dem Bereiche;
Er schonet mein, ich schone sein,-
Zwei Herrn, gewaltengleiche.

Und schreite ich zum Meeresstrand
Und singe meine Lieder,
Wie hallen von der Felsenwand
Sie so gewaltig nieder!

Die breite Woge rollt heran
Und beugt sich mir zu Füßen,
Als nahte sich ein Unterthan,

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