12.01.2017

Gedichte von F.Wilhelm Riemer: Nachgefühl (11)





Nachgefühl

In dieser Zeit der schneebedachten Dächer
Kommt mir das Bild von jenen schönen Tagen
wo mir ein Klanggedicht auf Muss und Fächer
Poeten-Kranz und-Namen eingetragen.

Was bin ich jetzt doch für ein armer Schächer!
Humor und Lust sind mir ans Kreuz geschlagen;
nicht mehr bin ich der theeberumte Zecher,
An dürren Blättern muss ich durstig nagen.

Wie anders war' s als Trommeln noch rasaunten,
die Straßen wimmelten von Erzfranzosen!
Da waren wir die einzig Frohgelaunten,

Wir lebten ja bei Dir im Ländchen Gosen:
die Musen waren's, die Dein Lob posaunten
und Liebe kränzte mich mit frischen Rosen.

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