03.01.2017

Gedichte von L.Dreves: Abendlied (1)



Abendlied

Abend wieder! dunkle Schatten
Schweben nieder auf die Matten,
Rings verstummt der Vögel Chor;
Aus dem tiefen Schoß der Wellen,
Wo sie schliefen, zieh' n die hellen
Stern' am Himmelsdom empor.

Alle stille! nur die Klagen
Einer Grille hör' ich sagen:
„Muss sobald es Nacht denn sein?“
Ach, die meinen frügen gerne
An beim reinen Licht der Sterne:
„Wann doch ruft's mich himmelein?“

Doch vergebens ist das Hoffen;
Wenn des Lebens Schlag getroffen,
Steht verwaist im Abendroth,
Darf mit Bangen nur sich sehnen
Aus der langen Nacht der Tränen
Nach des Todes Morgenrot.


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