2017-01-05

Gedichte von L.Dreves: Die Musikanten (13)



Die Musikanten

Morgens, wenn die Wälder noch ringsum schweigen,
Nur die Lerchen schmetternd zum Himmel steigen,
Kommen wir Spielleut' durch die Aehrenwogen
Jubelnd gezogen.

Lagern uns, zum Fenster empor zu schauen,
Wo sie wohnt, die lieblichste aller Frauen,
An dem Gartenzaun auf den grünen Rasen
Nieder und blasen;

Blasen, dass die Rehe aus allen Hecken
Horchend die neugierigen Köpfe strecken,
Hinter'm Gittertore die Pfauen alle
Lauschen dem Schalle.

Aber sie, die holdeste Frau auf Erden,
Lässt zu Schanden all' unser Blasen werden,
Ihres Schlafgemaches Jalousieen
Wollen nicht fliehen.

Doch vielleicht, dass sie im Traum und siehet,
Oder das durch ihren Schlummer ziehet
Von den Liedern hier ein leises Klingen,
Dass wir ihr bringen.

Wenn sie dann erwachend hinaus sich dehnet
In den hellen Morgen, vielleicht sich sehnet
Nach des Traumes Klängen, sind wir schon lange
Fern auf dem Gange.
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