05.01.2017

Gedichte von L.Dreves: Die wilde Jagd (15)




Die wilde Jagd

Nun führen die Sterne
Herauf ihr Reigen,
Die Wälder schon schweigen
Und nirgends ein Laut;
Wohl schaute ich gerne
Hier unter den Bäumen
Was leis wie in Träumen
Die Nacht mir vertraut.

Wohl leg ich zu lauschen
Das Ohr auf den Rasen,
Was hör' ich da blasen?
Ein Waldhorn? bei Nacht?
Und weiter ein Rauschen,
Ein Bellen und Knallen,
Ein Schuss ist gefallen,
Es nahet die Jagd.

Da kommen sie gezogen
Durchs Wolkengefilde,
Der Jäger, der wilde,
Hoch vorne zu Ross,
Dahinter mit Bogen
Und andern Geschossen
Der rüden Genossen
Nachsprengender Tross.

Die Sterne vermögen
Herab nicht zu schauen
Aufs höllische Grauen
Der teuflischen Jagd,
Bis dass sich verzögen
Die nächtlichen Schaaren,
Verhüll'n sie die klaren
Gesichter der Nacht.

Laut schallt es im Forste
Von Hussa und Blasen,
Die Hirsch' auf dem Rasen,
Die Reh' in der Kluft
Die Adler im Horste
Aufscheucht das Getöse:
Der Jäger, der böse,
Durchbirschet die Luft.

Doch bald in der Ferne
Verzieht sich das Wetter,
Der Hörner Geschmetter
Allmählig verhallt,
Bei zeigen die Sterne,
Die hellen, sich wieder,
Still blicket hernieder
Der Mond auf dem Wald.
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