06.01.2017

Gedichte von L.Dreves: Glockenklänge (21)





Glockenklänge

Ferne Kirchenglocken läuten
Und ihr Schall erfüllt die Luft;
Der so mächtig zu dir ruft,
Was soll dieser Klang bedeuten?

Sind es nicht gewohnte Töne,
Die von dort herüber wehn?
Dennoch-wie ist's nur geschehen-
Füllt das Auge eine Träne.

Feuchtes Auge, diesen Klängen
Giltst du nicht; ist mir es doch,
Als ob mit den Glocken noch
Andre Stimmen sich vermengen.

In der Glocke leisem Schwingen,
Wie aus fernem Himmel weit,
Hör' ich aus der Jugendzeit
Töne mir herüberdringen.

Und viele liebe Namen hallen
Mir ans Ohr in jedem Ton,
Ach, auch einer, den ich schon
Dem Gedächtnis wähnt' entfallen.

Was doch hat es zu bedeuten,
Das ins Aug' die Träne quillt,
Wenn durch Morgennebel mild
Ferne Kirchenglocken läuten?
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