2017-01-06

Gedichte von L.Dreves: Herbst und Grab-3 (25)





3.

Welke Blätter fallen
Von den Bäumen ab,
Rauschend zu umwallen
Meinen Wanderstab.

Diesen dürren Leichen
Wird-wie bald vielleicht!-
Auch der Wandrer gleichen,
Der sie jetzt durchstreicht.

Sprich, o sprich, wie lange
Währt ein Frühlingstraum?
Der ich jetzt noch bange
Grün am Lebensbaum,

Bin-wer weiß, wie balde!-
Auch schon, lebensmatt,
Hier im Weltenwalde
Nur ein dürres Blatt.

Wenn ich dann, gefallen
Ab von meinem Zweig,
Bei den andern allen
Liegen still und bleich:

Wer wird dann noch wissen,
Was das tote Blatt,
Eh' es abgerissen,
Hier gesäuselt hat?

Wer wird dann noch fragen,
Ob es flüsternd auch
Seine Jugendklagen
Sang im Lenzeshauch?

Ob es mitgerauschet
In des Waldes Lied,
Dem manch' Ohr gelauschet
Eh' der Sommer schied?

Über mich, gleich andern
Blättern, wird die Zeit
Einst am Stabe wandern
Der Vergessenheit.
alle Gedichte von L.Dreves                                                                                                        weiter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten an:

geologe.ef@gmx.de