2017-01-09

Gedichte von L.Dreves: Untreue (44)




Untreue

O könnt ihr den schauen,
Ihr Augen, ihr blauen,
Nicht mehr in die meinen?
Mir ist's, wie zum Weinen,
Euch will ich's vertrauen:
Mein Herz ist voll Not,
Betrübt bis zum Tod,
Ihr Augen, ihr blauen.

Ihre Hände, ihr weißen,
Ihr solltet verheißen
Das Glück meines Lebens;
Ach, Alles vergebens!
Ihr musstet's zerreißen;
In euch war's gelegt,
Ihr habt's nicht gepflegt,
Ihre Hände, ihr weißen.

Ihr Lippen, ihr roten,
Euch glaubt' ich als Boten
Der Liebe zu kennen,
Nun seh' ich euch brennen
Vom Worte, dem toten:
„Dein bin ich nicht mehr!“
Es wird euch wohl schwer,
Ihr Lippen, ihr roten?

O sprecht es nur immer!
Es kann doch nicht schlimmer,
Nicht trüber mehr werden,
Nicht dunkler auf Erden;
Drum, Augen voll Schimmer,
Drum, Händchen wie Schnee,
Drum, Lippen, Ade,
Ade denn, für immer!
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