2017-01-10

Gedichte von L.Dreves: Wie du schliefst in guter Ruh' (56)




Wie du schliefst in guter Ruh'

Wie du schliefst in guter Ruh'
Lang' in meines Busen Hast,
Warum willst erwachen du,
Ungestüme Leidenschaft?
Warum sollte ich noch einmal
Diesen heißen Kampf bestehn?
Nein, lass diesen Kelch der Qual
Still an mir vorübergehn.

Oder sollte (nein, oh nein,
Glauben kann ich nimmermehr)
Endlich hochbegnadigt sein
Dieses Herz, so kummerschwer?
Wär's ein lebensreicher Trank
Was ich nannte „Kelch der Qual“
Dann, oh Liebe, habe Dank,
Habe Dank viel tausend Mal!

Ja, wär' Alles wirklich war,
Was ich noch nicht glauben kann,
Einen heilg'en Hochaltar
Baut' ich dir, oh Liebe, dann,
Säng' im höchsten Jubelton
Meiner neuen Sulamith,
Als ein neuer Salomon,
Ein unsterblich hohes Lied.

Liebe, Königin der Welt,
Sieh mich flehn hier noch einmal,
Gleich der Blume auf dem Feld
Bei des Tages erstem Strahl:
„Was du gibst, oh gibt es ganz,
Lass mich ganz im Schatten stehn,
Oder ganz in deinem Glanz
Wonneselig untergeh'n. „
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