19.01.2017

L.Dreves: Erster Traum-6 (31)




6.

„Lasst mich reden, wenn ich rede,
Lasst mich stumm sein, bin ich stumm,
Lasst mich froh und traurig werden,
Aber fragt mich nicht: warum?

Denn mir ist ein Sinn gegeben,
Den ich selbst mir nicht verlieh,
Heut' in ungebundner Freude,
Morgen voll Melancholie. „

Also sprach ich oft zu Andern,
Die zu trösten mich gedacht,
War ein Schmerz in meiner Seele,
Schreiend wie ein Kind, erwacht.

Aber seit ich dich gesehen
Ist es anders, wie du weißt,
Stets von deinem Geiste borget
Seine Stimmungen mein Geist.

 
Wenn du redest, muss ich reden,
Wenn du stumm bist, bin ich stumm,
Wenn du froh bist, bin ich fröhlich
Und ich weiß doch nicht: warum?


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