2017-01-17

L.Dreves: Frühling, Wald und Wanderschaft: Der Gestorbene (10)



Der Gestorbene

Mir träumt', ich läg im Schatten
In Waldeseinsamkeit,
Zwei friedliche Bäume hatten
Mit Blüten mich beschneit.

Die Quellen stürzten rauschend
Hervor aus seligstem Schacht,
Der Mond bestrahlte lauschend
Die dämmerhelle Nacht.

Die Nixen im Weiher schlangen
Sich Rosen ins duftiger Haar
Und ihre Lieder klangen
Unendlich wunderbar.

Vom Himmel ein Sternlein tauchte
Ein müdes, in die Kluft
Und Gottes Odem hauchte
Lind durch des Waldes Duft.

Da war mir's, als hätt ich vernommen
Den Wald, der rief darein:
Wohin mag wohl gekommen
Mein junger Sänger sein?

Da wollt' ich rasch mich heben,
Doch merken sollt' ich bald,
Das nicht im Grase eben,
Im Grabe mein Aufenthalt.

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