2017-01-22

L.Dreves: Reiselieder: AN DIESELBE (55)




13. An dieselbe

Liebchen, zu dem Dach, dem deinen,
Mit der Schwalbe flög ich gern,
Doch voll Wehmut nur beweinen
Darf ich es, dass ich dir fern.

Liebchen, fern von deiner Seite,
Sprech' ich stets dasselbe Wort:
Warum zog ich in die Weite,
Warum zog ich von ihr fort!

Da jetzt weh'n des Frühlings Weste,
Bricht die Schwalbe auf im Süd,
Fliegt zum fernen nord'schen Neste,
Heimatssehnsucht im Gemüt.

Aber ich darf nicht mit jenen
Frühlingsboten ziehn gen Nord,
Trauernd darf ich nur, mich sehnen,
Sehnen, trauern fort und fort!

Schwalben, über See'n und Flüsse
Flattert hin denn allzumahl,
Bringt ihr viele tausend Grüße,
Grüßt sie viele tausend Mal.

alle Gedichte d.Sammlung Frühling, Wald und Wanderschaft      
                                     

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