2017-01-28

N.Becker: Die Eichen (20)




Die Eichen

Poet

In der Blätter grünem Schmuck,
Diese Eichen, wie sie ragen!
Herz, hier darfst du freudig schlagen,
Frei von allen Erdendruck.
Wie ihr bis zur Wolkenbahn
Strebet mit den kühnen Zweigen,
So aus meiner Seele steigen
Die Gedanken himmelan.
Wär't ihr, hohe Eichen, mein,
Ewig wollt' ich bei euch wohnen;
Unter diesen Schattenkronen
Wie so still, so selig sein!

Praktiker

Wie so hoch und wie so breit
Diese Eichen! muss ich sagen;
Endlich sie nun abzuschlagen
Wäre wahrlich an der Zeit.
Fast bis zu den Himmel an
Kann ich noch die Zweige schauen.
Welch ein Holz das! zum Verhauen
Für den Ofen welch ein Span!
Wär't ihr, schöne Eichen, mein,
Würd euch länger nicht verschonen,
Brächtet wohl an tausend Kronen
Wo nicht mehr, dem Beutel ein.

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