29.01.2017

Nikolaus Becker: Ländliche Bilder-4. Der Kessekflicker (29)




4. Der Kesselflicker

Es sitzt, die Stirne ernst gefaltet,
Wie's jenem ziemt, der neu gestaltet,
Der Kesselflicker, auf dem grünen Plan.
Des Dorfes freundliche Susannen
Umstehen Ihnen mit morschen Pfannen
Und blicken seine Werke staunend an.

Er lässt des Feuers Glut entglühen,
Das helle Funken ihn umsprühen,
Dann nietet er mit stummer Gravität.
Es merket selbst der kluge Michel,
Der Beste sonst bei Pflug und Sichel,
Dass er vor einem höhern Geiste steht.

Jetzt legt er nieder seine Zangen,
Die blanken Opfer zu empfangen,
Die man ihm ehrfurchtsvoll entgegen streckt,
Und wendet sich zu seinem Grauen,
Der ehrbar, wie sein Herr, zu schauen,
Vom scheuen Bubenschwarm blieb ungeneckt.

Zu jenem Weisen geh und lerne,
Wenn du gefallen möchtest gerne
Und ärnten willst die Früchte deiner Kunst.
Geheimniß muss sich dicht umgleiten;
Gemess'ner Ernst, dann schnelle Scheiden,
Das sichert dir des Volkes Geld und Gunst.

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