2017-01-28

Nikolaus.Becker: Die Königskrone (22)




Die Königskrone

Es sitzen in dem hohen Saal
Die Krieger stumm zu ernster Wahl.
Der König, der mit Macht gebot,
Starb in der Schlacht den Heldentod.
Wer soll besteigen seinen Thron?
Das zarte Kind, des Königs Sohn?
Legt man ein Schwert in Knabenhand?
Hält wohl ein Rohr dem Sturme stand?
Es flöge uns auf hohe Bahn
Ein schwingenloser Aar voran.-
So sitzen in dem hohen Saal
Die Krieger stumm zur ernster Wahl.

Und zu dem Kreis der Männer tritt
Die Königin mit zagem Schritt,
Mit schwarzem Schleier, schwarzen Kleid,
Sie senkt den Blick in diesem Leid.
Doch wie ein Stern aus dunkler Nacht
Auf ihren Arm der Knabe lacht.
Zum Tische, wo die Krone lag,
Beugt er sich hin; er langt danach,
Hat sie mit fester Hand gefasst,
Hebt hoch empor die goldne Last;
Und blickt mit klaren Augen dann
Die Männer freundlich lächelnd an.
Da murmelt rings der Krieger Schar:
Des Königs echter Sohn fürwahr!
Es ist der Götter Rat und Schluss,

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