28.01.2017

Nikolaus.Becker: Die Rose (23)




Die Rose

Es blühte eine Rose,
Wohl ist ihr keine gleich,
So hell und frisch von Farbe,
An süßem Duft so reich.

„Wär, Röslein, nicht schon Einer,
Der emsig wartet dein,
Ich möcht' all meine Tage
Dein treuer Pfleger sein!“

So zog ich in die Weite
mit sehnendem Gemüt
Kam ich zur Heimat wieder-
Ob noch die Rose blüht?

Ich trat zum Blumengarten:
In hartem, dürrem Sand,
Die Blätter traurig senkend,
Die schöne Rose stand.

Mag wohl der Tau ihr frommen?
Viel Tränen fielen drauf.
Sie hob die Blütenkrone,
Die welke, nicht mehr auf.

Da ging ich trüb und schweigend-
Fluch dir, du Gärtnersmann,
Der eine solche Rose
So schmählich pflegen kann!

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