05.02.2017

A. Donath-Menschen und Liebe: Meine Liebe (8)



Meine Liebe

Meiner lieben Maria gewidmet

Sie ist ein Kind voll inniger Begierde
Und liebt die Wolke, die im Abendrot
Die scheue Sonne zu verdecken droht,
O liebt den Wind, der mit dem Blütenflocken
Sein Spiel beginnt, wenn alle Abendglocken
Verklungen sind, und wenn die Arbeit ruht.

Am Tage schafft sie selbst in hartem Dienste.
Und führt die Stunde unsrer Feierzeit
Uns in die sorgenlose Einsamkeit,
Wird sie zu Märchenkind. Im Dämmerlichte
Erdichten wir die schönsten Traumgedichte
Von einer Welt, die nur der Künstler kennt.

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Wenn deine Augen tränenfeucht
Um einen Kuss mich bitten,
Als sprächen sie voll Güte aus,
Was du um mich gelitten,

Umfass ich dich und küsse dich
Auf Mund und Stirn' und Wangen,
Als wollt' ich, einem Büßer gleich,
Dein Leid dir abverlangen.

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Deine goldnen Haare wallen,
Wenn im Herbst die Nebel fallen,
Zitternd mir ins Angesicht.
Und wenn an den grauen Tagen
Alle um die Sonne klagen,
Klag' ich um die Sonne nicht.

Darum küss' ich deine weißen,
Schmalen Finger, deine heißen
Wangen ohne Rast und Ruh,
Darum trink' ich deine tollen
Küsse, schließ' ich deine vollen
Lippen ohne Antwort zu.

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Gib mir deine stillen Träume,
Deine hellen Morgenlieder,
Und ich fühle dich und sinke
Dankend dir zu Füßen nieder.

Und ich schmücke dich mit Rosen,
Die voll Glut und die voll Leben,
Denn du hast meine Liebe
Deine Seele mir gegeben.

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