2017-02-05

A. Donath-Menschen und Liebe: Sühne (3)



Sühne

Schläft die kleine Stadt, dann eil' ich
Zu dem Friedhof, wo die Weiden
Sich in weiße Nachtgewänder
Wie zu einer Feier kleiden,

Wenn der Mond mit seinen seinen
Fäden ihr Geäst umsponnen
Und, um ihre Liebe buhlend,
Still sein Silberspiel begonnen.

Und mir ist's, als hört ich leise
Von dem Hass der Tage sprechen,
Von den vielen ungesühnten
Menschenopfern und Verbrechen,

Und mir ist's als fühlt' ich meine
Pulse immer stärker schlagen,
Gleich als müsst' ich, selbst ein Kläger
Sühnend alles Leid ertragen.

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