14.02.2017

A. Friedmann: Jahreszeiten-Dornbacher Herbst-2 (7)



2.

Die Herbstzeitlose blüht überall
Auf nebeldurchzogenen Wiesen,
Der goldenen Blätter leisen Fall
Hör' ich wie Stromesfließen.

Wo einst ein herziges Veilchen stand,
Steht jetzt die Herbstzeitlose,
Und die Traube hängt an der Mauerwand,
Wo ich einst gepflückt eine Rose!

Herr Wirth! Ein Glas vom heurigen Most,
So roth wie der Rost an der Senke!
Das soll mir scheuchen den herbstlichen Frost
Und Erinn'rung an rosige Lenze!

Herr Wirth! Es war Euer Töchterlein,
Das küsste mich, als es noch lenzte!
Sie ahnte den Trank nicht, den ihr im Mai'n
Der Tod, der Schenke, kredenzte!

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