14.02.2017

A. Friedmann: Jahreszeiten-Sommerlied (5)



Sommerlied

Es ist ein Zelt von klarer Bläue
Nun übers Erdenrund gespannt;
Des Himmels Blau bedeutet Treue-
Ich bin Dir treu in jedem Land!

Es hat nun dunkles Grün getragen
Schon eine lange Zeit der Wald;
Das Hoffnungskleid, mein Lieb', will sagen:
Ein Wiedersehn vereint uns bald.

Es stehn in voller Pracht die Rosen
Im Märchenduft; sie rufen wach
Erinn'rung an ein trautes Kosen
In einem duftigen Gemach.

Der laue Wind streicht durch die Aehren
Darin ich jetzt in Träumen war;
Die Halme mahnen mich, als wären
Sie Flechtengold aus Deinem Haar.

Im Abendglanz der Sommersterne
Schluchzt unterm Busch die Nachtigall'
Mir ist, als tön' aus weiter Ferne
Geliebter Stimme süßer Schall.

Nun braut den künft'gen Wein die Traube
Und zieht den Sonnenfunken ein;
Werd' in des Herbstes Schattenlaube
In Deinem Arm ich trunken sein?

Im Westen droht's von Ungewittern,
Der Blitz zuckt durch das Wolkenheer,
Mein zweifelnd Herz fühl' ich erzittern:
Wir finden uns wohl nimmermehr?-

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