08.02.2017

A.J.Schindler (v.d.Traun) : Glückliche Liebe (15)





Glückliche Liebe

Die Sonne muß, so heut' wie morgen,
Für Wein und Weizenernte sorgen;
Hat gar ein schweres, hohes Amt —
Lebt Alles von Ihr, insgesamt.

Der Mond, er muß die Stadt erhellen
Und dunkle Wald- und Wiesenstellen;
Dem Wandrer leuchten durch die Nacht,
Hat ihn um allen Schlaf gebracht.

Der Fluß darf auch nicht ruhig liegen,
Muß Schiffe tragen, Kähne wiegen;
Kann nicht so wie der Gartenteich
In Blumen ruhen, schattenreich.

Selbst wenn die Schwäne aufgeladen,
Und wollen schöne Frauen baden,
Er ihnen Hüfte, Brust und Fuß
Melodisch rauschend küssen muß.

Wir ruhen unter dieser Linde,
Die ringend mit dem Abendwinde
Die grünen Arme hebt und senkt.
Von Liebe wunderbar beschenkt.

Die Sonne wandert schon von hinnen,
Der Mond will seinen Weg beginnen;
Doch trägt der Fluß noch Schiff uns Kahn,
Im Teiche plätschern Frau und Schwan.

Dort draußen schlägt in weiten Bogen
Das Leben ruhlos seine Wogen —
Die Liebenden, in guter Ruh',

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