2017-02-10

A.J.Schindler (v.d.Traun) : Wunder im Schnee (37)





Wunder im Schnee

Hoch über Wiesen und Wäldern,
Im Schnee und Sturmgebraus,
Steht auf dem Bergesgipfel
Das alte Jägerhaus.

Es Dunkeln Tal und Höhen,
Und durch der Winde Geschrill
Vom Städtchen unten grüßet
Das Abendläuten gar still.

Die kleinen Scheiben klirren
So fremd und wunderlich-
Sie spricht von ihrer Mutter:
„Ich liebte sie fast wie dich.

Sie starb-dann zog mein Bruder
Nach Ungarn mit dem Heer,
Ihn haben sie erschossen
Und mir blieb Niemand mehr.

Dort steht der Spinnrad der Mutter,
Ich nehm es selten zur Hand,
Und drüber hängt noch das Waldhorn
Des Bruder still an der Wand.

Doch Liebster, wenn du bei mir bist-
O, wenn's nicht Träumerei!
Dann ist's als schnurre das Rädchen,
Als säße die Mutter dabei.

Und wenn mein Herz an deinem
Vergisst des Lebens Weh,
Dann ist's mir, als blase mein Bruder
Sein Waldhorn schöner als je.“

-Oft hab ich selber vernommen
Des Rädchens schnurrenden Gang
Und unter dem Abendläuten
Des Waldhorns sanften Gesang.


Ende

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