2017-02-02

Briefwechsel J.W.v.Goethe und C.F.Zelter: An Goethe 30.04.1825 (456)



457. An Goethe 30.04.1825

Dein Schreiben vom 26. dieses erscheint, ein Engel vom Himmel.

Ein Stadtgespräch, das sich hier seit Mittwoch umtreibt, enthält die übelsten Nachrichten über Dein und Deines, unsres Großherzogs Befinden. Das Heft von »Kunst und Altertum« kam an ohne weitere Nachricht, und ich, den jetzt ein Lüftchen bewegt, habe ausgestanden wie ein Hund.

Daß in Deiner Korrespondenz mit Schiller Du mein gedenkst, hat mich wieder ermuntert. Die »Aufmaurung Skutaris« ist, und was Du über Volkslieder gesagt, so ganz zu und aus meinem Herzen, daß ich’s belegen kann: denn ganz in diesem Sinne habe noch vor kurzem an einen jungen Mann berichtet, der die Herder’schen Volkslieder gesetzt und mir zur Beurteilung vorgelegt hat.

Ottmer wird deckenhoch springen über Deine Worte; er hat sich um mich herumgewunden diese Tage wie ein Aal und erschrickt, wenn mir ein Finger weh tut.

Dein

Sonnabend, 30. April 1825. Z.

Laß bald wieder von Dir vernehmen!

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