16.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: Das Dorf (7)





Das Dorf

Dörfchen, in des Waldes Arm,
Stille Hütten unter Bäumen,
Fern von wilder Ehrfurcht Träumen,
Gute Menschen, froh und arm!

Wie ein Nest in Blüthen ruht,
Lebt ihr, falschem Glanz verborgen,
Eure Hoffnungen und Sorgen
Stellt ihr fromm in Gottes Huth.

Kleine Wünsche hägt' ihr nur,
Eure Ernten bringt der Boden,
Wo sie schlummern, eure Todten,
In dem Frieden der Natur.

Was euch lieb ist, es verflicht
Traulich sich in euer Leben,
Mond und Sterne, Bäum' und Reben,
Und das Fremde kennt ihr nicht.

Eure Freuden bringt das Jahr
Mit der ersten Stunde wieder,
Blumen streut der Lenz euch nieder
Auf die Wiege und die Bahr'.

Eine Heimath habt ihr hie,
Eine Heimath habt ihr drüben,
Frommes Hoffen, Treues Lieben,
Sie allein nur täuschen nie.

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