16.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: Das Kreuz am Rhein (9)





Das Kreuz am Rhein

Mit den Scharen, die Trajanus
Höhnend an den Rhein gesandt,
Zogen auch zwey fromme Brüder
In das wilde, Deutsche Land.

Beyde hatten abgeschworen
Ihrer Heimath irren Wahn,
Beyde waren still im Herzen
Christi Lehre zugethan.

Einst, an eines Sonntags Morgen,
Gehn Sie einsam zum Gebeth,
Hoch auf eines Berges Spitze,
Wo die Eiche Wodans steht.

Und der Eine sagt zum Andern:
Heute ist der Tag des Herrn,
Laß uns hier ein Zeichen machen,
Dank und Liebe hat er gern.

Und sie hauen eine Blinte
Künstlich in den alten Baum,
Stellen dann das Bild des Kreuzes
In den ausgehöhlten Raum.

Mit des Berges wilde Blumen
Faßen Sie die Öffnung ein,
Und zum ersten Mahle spiegelt
Sich das Kreuz im blauen Rhein.

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