2017-02-17

Gedichte v. Aloys Schreiber: Das Schwert (17)




Das Schwert

Meister, schmiede mir ein Schwert!
Hell muß es blinken,
Blut können trinken.
Du, Geselle, frisch heran,
Schür' die Esse wacker an.

Meister, nimm vom besten Stahl!
Dem Feind soll es grausen,
Hört er es sausen.
Nicht zu leicht, und scharf und breit,
Wunden schlag' es tief und weit.

Zaud're nicht, es treibt mich fort,
Fort zum Gefechte,
Mir zuckt die Rechte,
Mir glüh'n Adern und Gebein,
Keiner darf der letzte sein.

Ständ' ich schon mit meinem Schwert
Vorn in der Reihe
Zur Todesweihe!
Mähen wollt' ich hin und her,
Ha, der Deutsche Arm ist schwer!

Meister, mach' es ohne Schmuck,
Von Blut soll's glänzen,
Dann will Ichs kränzen
Nicht mit frechem, schnödem Raub,
Nein, mit heil' gem Eichenlaub.

Nur für dich, oh Deutsches Land!
Will ich es schwingen,
Soll es erklingen.
Auf des letzten Feindes Grab
Leg' ich es dann ruhend ab.

Meister, Meister, her das Schwert!
Zum Todtenmahle
Im Leichenthale
Flattert schon ein Rabenschwarm;
Wär' doch eisern dieser Arm!

Fort, ich höre Bruderruf!
Es gilt zum Lohne
Die Bürgerkrone,
Und ich stehe müßig hier?
Ha, es sprengt die Adern mir!

Her das Eisen, wie es ist,
Ich will es stählen,
Kein Hieb soll fehlen!
Nach der Schlacht da ist dieß Schwert
Wohl zu viel als Eines werth.

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