18.02.2017

Gedichte v. Aloys Schreiber: Der Jäger und die Hirtinn (25)





Der Jäger und die Hirtinn

Der Jäger

Hirtinn weißt du keine Quelle?
Ach, mich senget heißer Durst.

Die Hirtinn

Wohl! Ein Brünnlein frisch und helle
Rieselt in der nahen Hurst.

Der Jäger

Kraftlos muss ich niedersinken
An des Felsenbrünnleins Rand.

Die Hirtinn

Wenn du's nicht verschmähst, zu trinken,
Schöpf' ich mit der hohlen Hand.

Der Jäger

O ich schlürfe neues Leben,
Aber ach, auch neue Gluth.

Die Hirtinn

Jüngling, deine Lippen beben,
Und mir wird fast schlimm zu Muth.

Der Jäger

Führe mich in deine Hütte,
Deine Herde schütz' ich dir.

Die Hirtinn

Gern gewährt' ich deine Bitte,
Doch, mein Herz, wer schützt es mir?

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